Leicht verrechnet Herr Seehofer

Da hatte unser lieber Herr Seehofer, seines Zeichens Ministerpräsident und direkter Nachfolger bayrischer Feudalherren, eine tolle Idee. Um ganz sicher zu gehen das bei den anstehenden Kommunalwahlen in unserem Freistaat auch alle Wähler genau wissen wo sie ihr Kreuzchen zu machen haben griff er ganz begeistert die Bürgerproteste gegen die geplante neue Stromautobahn auf und verkündete vollmundig: Keine neue Trasse gegen den Widerstand der Bevölkerung. Wir in Bayern werden das erst einmal genau prüfen. Ohne Beteiligung und gegen den Willen der Bevölkerung wird es keine Trasse geben. Das hat zwar in Berlin und in einigen anderen Bundesländern erst einmal für Verwirrung und Widerspruch gesorgt aber das ist ihm egal. Denn es ist ja nur ein vollmundiges Versprechen für einen kurzen Zeitraum von nicht einmal 3 Monaten. Nach den Wahlen kann man das ja problemlos wieder umdrehen. Denn dann wird der Erfolg der Energiewende ja von dieser Trasse abhängen. Und der Bürger wird es dann fressen müssen. Denn die Energiewende und die bayrische Machtpolitik hat absoluten Vorrang vor den Interessen einer kleinen Randgruppe von renitenten Bürgerrechtlern. So war es wohl von ihm geplant.

Nun ist es leider ein wenig anders gekommen als in seinem Herrschaftsschloss in Bayern gedacht. Die kleine Randgruppe ist inzwischen auf eine beachtliche Großoffensive gegen diese Trasse angewachsen. Und zwar auf eine Stärke die sich nach den Kommunalwahlen nicht mehr so einfach vom Tisch wischen lassen wird. Und der Druck insbesondere aus Berlin und NRW auf die bayrischen Landesfürsten wird immer größer. Die fordern doch plötzlich dass König Seehofer sich zum Koalitionsvertrag und zur Energiewende bekennt. Und das so kurz vor den Wahlen. Das grenzt schon fast an Einmischung oder gar Gefährdung der bayrischen Landespolitik. Könnten die nicht wenigsten bis April damit warten?

Oder ist unser Horst noch viel schlauer als wir hier in Bayern oder die in Berlin und NRW alle glauben?

Denn was passiert denn wenn wir diese Stromtrasse nicht wie geplant bauen können? …. Na klar doch.

Damit wird die Energiewende erst einmal um Jahre zurück geworfen. Denn ohne Stromautobahn keine Energie in den Süden Deutschlands. Und ohne den Süden ist der Rest der Republik ja nicht mehr lebensfähig. Und da das ja gar nicht geht müssen wir also zuerst einmal den Atomausstieg um ein paar Jahre verschieben. Denn Bayern lebt nun mal zu mehr als 50% vom Atomstrom. Und damit hätten wir also den energiepolitischen Status Quo erst einmal wieder hergestellt. Die bayrische Welt und ganz besonders die Industrie und Energiekonzerne sind zufrieden. Die Parteispenden und die lukrativen Posten für ausscheidende Politiker der nächsten Jahre sind gesichert. Und in ein paar Jahren …. so 15 oder 20 Jahre werden es wohl sein denke ich …. kann sich noch viel ändern in den Köpfen der Wähler.

Also … wenn ihr mich fragt …. So blöd ist der Horst ja gar nicht 

Werner ….. der Lechpirat

PS …. Nicht das jetzt irgendwer auf die Idee kommt ich sei ein glühender Gegner oder Befürworter dieser Stromautobahn. Meiner Meinung nach sollten zuerst die Probleme der Speicherung und Dezentralisierung der Stromerzeugung gelöst werden. Und wenn man dafür machbare Lösungen gefunden hat kann man erst anfangen auf diesen Lösungen den wirklichen Bedarf an neuen Stromtrassen zu errechnen. Jetzt ist es nichts anderes als ein weiteres Milliardengrab in der Energiepolitik. Ein paar große Konzerne werden sich mal wieder eine goldene Nase verdienen. Ein paar Politiker sich ihre Zukunft vergolden lassen. Und der Bürger wird die Zeche mit weiteren Strompreiserhöhungen bezahlen. Für das Volk wird alles so weitergehen wie bisher

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